Auslandseinsätze nur mit klarer Konzeption - Soldaten fordern mehr Anerkennung für Dienst und familiäre Situation

MdB Tobias Lindner und MdL Fred Konrad besuchen Fallschirmjäger-Bataillon 263 in Zweibrücken

Die Bundeswehr-Reform muss reformiert werden – das war ein Ergebnis der Gespräche, die der Grüne Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner (rechts) gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Fred Konrad am 18. September in der Zweibrücker Niederauerbach-Kaserne führte. (Presseberichte)

Neben dem Appell, die Bundeswehr-Verwaltung müsse flexibler werden, stand die Forderung, die spezifischen Probleme von Soldaten-Familien besser wahrzunehmen. Vor allem von Grünen Mandatsträgern im Bundestag erwarten die Soldaten, dass Auslandseinsätze nicht ohne klare Ziele eindeutige Strategien und ein Abschlusskonzept beschlossen werden.

Nach einer Einführung über die Struktur des Standortes und die Beantwortung der Fragen durch den stellvertretenden Batallionskommandeur entstand eine offene Diskussion mit den anwesenden Offizieren. Die Themen reichten von der Darstellung zu Problemen bei der Ausrüstung über die Schwierigkeiten bei der regelmäßigen Versetzung. Familien können nicht immer den Standort wechseln, so die Feststellung der Kompanie-Chefs. Für Pendler sei aber der finanzielle Ausgleich zu gering.

Wegen der Konkurrenz mit zivilen Arbeitgebern müsse der Dienst in einer Berufsarmee attraktiver werden, lautete eine weitere Forderung. Hierarchische Entscheidungsstrukturen, mangelnde Flexibilität bei der Förderung leistungsbereiten Personals oder Sechsbettzimmer und unsanierte sanitäre Anlagen und seien nicht zeitgemäß.

Keine Vorbehalte provozierte die Parteizugehörigkeit der Gäste bei den Soldaten: Den Grünen unterstelle man eher die Fähigkeit zur Reflexion, lautete Fred Konrads Eindruck. Dies vor allem in Bezug auf Auslandseinsätze. „Die Soldaten sind bereit, ihre Aufgabe zu erfüllen, wenn die Politik ihre erfüllt“, so der Käshofener Landtagsabgeordnete. Beim Afghanistan-Einsatz habe man jedoch von Anfang an die Perspektive für die Zeit nach dem Krieg vernachlässigt.

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