Kirche und Religion

Kirchen- und Politikvertreter: v.r.n.l.: Daniel Köbler, Irene Alt, Fred Konrad, Kardinal Wiesemann, Josef Winkler
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Vielfalt verpflichtet

Unsere Gesellschaft sowie die Glaubensauffassung ihrer Menschen werden immer vielfältiger.  Da das Grundgesetz Glaubens- und Gewissensfreiheit garantiert, schützt es auch die Freiheit, nicht zu glauben. Unser Grundgesetz steht für ein gleichberechtigtes und offenes Miteinander.

Viele ChristInnen unterstützen dieselben Ziele wie wir GRÜNEN. Beispiele sind der Schutz von Natur und Umwelt – im Sinne von Bewahrung der Schöpfung -, die Pflicht zu Solidarität und sozialem Ausgleich sowie zu sozialen Diensten. Das Gebot der Nächstenliebe und damit der Gesundheitsdienst und der Schutz verfolgter und benachteiligter Menschen, sollte Bestandteil eines christlichen Lebens sein.

Die Rolle der Kirchen aber ist zwiespältig. In vielen Regionen dominieren sie den Dienst am Menschen. Es ist gut und wichtig, dass Kirchen caritative Tätigkeit möglich machen wo Staat und Gesellschaft dies nicht leisten. Es passt jedoch nicht in eine freie und solidarische Gesellschaft, wenn kirchliche Einrichtungen Sozial- und Gesundheitsdienste regional dominieren. Dabei dürfen auch keine grundlegenden Arbeitnehmerrechte willkürlich außer Kraft gesetzt werden. Eine Sonderrolle kirchlicher Arbeitgeber, außerhalb des direkten Verkündigungsauftrages, ist nicht akzeptabel.

Weit mehr als die Hälfte der Rheinland-PfälzerInnen sind Mitglied einer christlichen Kirche. Aber die Bindung der Menschen an die Kirchen nimmt ab und der Anteil nicht-religiöser und andersgläubiger Mitbürger nimmt zu. Kirchenpolitik ist also eine sehr aktuelle Herausforderung. Dabei ist der Dialog nicht nur mit den AmtsträgerInnen der Kirchen zu führen. Bildungseinrichtungen, Laienorganisationen und kirchliche ArbeitnehmerInnen suchen ihrerseits den Kontakt zur Politik, weil sie wünschen, dass sich das Miteinander von Staat und Kirche weiterentwickelt.

Ich bin im damals noch ganz überwiegend katholischen Trier aufgewachsen, dies hat mich nicht nur geprägt, ich bin auch nach wie vor praktizierender Christ. Auch deshalb wollte ich dieses wichtige Feld der Politik mitgestalten: Gesellschaftspolitische Fragen wie der Sonntagsschutz, die Rolle der Kirchen in der Arbeitswelt, bei Energiewende, Klimaschutz und interkulturellem Dialog, Ausländerpolitik und Präsenz in Schulen und Gesellschaft, stehen auf meiner politischen Agenda.