Alter

Alt und Jung gemeinsam - hier liegt die Zukunft
[ ©TK-Presse ]

 

In Würde altern

Wir werden nicht nur durchschnittlich älter als vorherige Generationen, wir leben im Alter auch anders, sind meist agiler und unternehmungslustiger als sie es sein konnten. Anders als bei den meisten unserer Großeltern leben jedoch unsere Kinder  weiter weg von Eltern und Großeltern. Hinzu kommt, dass in Rheinland-Pfalz aller Voraussicht nach künftig weniger junge, dafür aber mehr alte Menschen leben werden. Das bedeutet, dass wir weniger Kita-Plätze und Schulen dafür aber mehr Plätze in der Tagesbetreuung alter Menschen benötigt werden.

Ich spreche nicht gern von „Senioren“: Wer „alt sein“ akzeptiert, akzeptiert auch Alte. Als Gesellschaft brauchen wir das Alter und die Alten: Es gibt keinen Grund das Altsein hinter „feineren“ Ausdrücken zu verstecken.

Altsein ist vielfältig: Es gibt die jungen alten und die alten Alten, auch die Hochbetagten. Mit dem Alter nehmen zwar natürlicherweise die Einschränkungen zu, doch auch Hochbetagte haben das Recht auf volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie auf Selbstbestimmung.

Wirklichkeit ist: Menschen können sich im Alter vielfach nicht mehr auf unser Sozialsystem verlassen. Unterbrochene Erwerbsbiographien, die Erhöhung der Regelaltersgrenze und das sinkende Rentenniveau werden immer mehr RentnerInnen in die staatliche Grundsicherung drängen. Das wird sich durch die Reform der Bundesregierung nicht ändern. Laut dem Institut für Demoskopie Allensbach geht nur noch jeder vierte der heute 30- bis 59-Jährigen in Deutschland davon aus, genügend für das Alter zurücklegen zu können. Diese Herausforderung müssen wir annehmen.

Es ist für uns GRÜNE eine Frage der Gerechtigkeit und der Würde, dass Menschen, die langjährig rentenversichert waren, als Rentner nicht auf Grundsicherung angewiesen sind. Wir wollen Rheinland-Pfalz alters- und alternsgerecht gestalten, die Quartiere, Stadtteile und Orte so entwickeln, dass Menschen unabhängig von ihrem Alter und eventuellen Beeinträchtigungen in ihrem Umfeld alles finden was sie für ihre gesellschaftliche Teilhabe, ihre Versorgung und ggf. Unterstützung und Pflege benötigen.

 

Wir setzen uns ein für

  • Quartierskonzepte und ein Quartiersmanagement, die die genannten Bedingungen in den Mittelpunkt stellen.
  • Mobilitätskonzepte in Stadt und Land, die den Bedürfnissen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen entsprechen.
  • den Ausbau nicht-stationärer Wohnformen für ältere Menschen, um das Selbstbestimmungsrecht zu stärken.
  • Leitlinien, die Betreuungs-, Pflege- und Wohnangebote für ältere Menschen sichern.
  • bezahlbaren barrierefreien Wohnraum.
  • einen barrierefreien Zugang zu kulturellen Ereignissen.
  • kultursensible Angebote in Betreuung und Pflege. 

Die Kommunen tragen heute dafür die Hauptlast. Wir setzen uns dafür ein, dass sie im Verteilungskampf zwischen Bund und Ländern verfassungsrechtlich gestärkt werden. Die hundertprozentige Übernahme der Grundsicherung durch den Bund ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.  Mit innovativen, dezentralen Lösungen wollen wir sicherstellen, dass einzelne, besonders stark vom demografischen Wandel betroffene Regionen unsere Unterstützung erhalten. Altersarmut trifft vor allem Menschen, die Jahre ohne Erwerbsarbeit waren, sei es wegen ihres Einsatzes in der Familienarbeit oder wegen Arbeitslosigkeit.

Besonders von Altersarmut bedroht sind auch chronisch kranke und behinderte Menschen. Dumpinglöhne lassen keine ausreichende Altersvorsorge zu.  Zunehmende Beschäftigung in kurzfristigen und kostenarmen Jobs und ewige Warteschleifen in kaum bezahlten Praktika, wird die Rente der heute Jungen extrem schmälern.

Wir haben großen Respekt vor allen, die über Jahrzehnte hart gearbeitet haben. Doch von der „abschlagsfreien Rente mit 63“ der jetzigen Bundesregierung werden in Wahrheit nur sehr wenige Versicherte voll profitieren: Nur jene, die zwischen dem 1. Juli 1951 und dem 31. Dezember 1952 geboren worden sind.

Viele Menschen erreichen zudem aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht die notwendigen 45 Beitragsjahre und sind auf Erwerbsminderungsrenten angewiesen. Es ist zutiefst ungerecht, dass allein die BeitragszahlerInnen die Finanzierung dieser Reform tragen sollen. Da hat sich die Bundesregierung bei den Beitragszahlern bedient, um den Bundeshaushalt zu sanieren und trotzdem Wohltaten unters Volk zu bringen. Schon 2018 werden die Rentenbeiträge deshalb sprunghaft ansteigen müssen. Das ist weder solide, noch nachhaltig, noch gerecht. Langfristige Vorsorge für die Sorgen und Nöte der Bevölkerung und für die Finanzen der Rentenversicherung sieht anders aus.

 

Weitere Informationen

Aktiv im Alter

Rente

In Würde altern